Springe zum Inhalt

1. Rundbrief / 15. Januar 2018

Allen Freunden des Lebens, der Liebe & des Theaterspiels, Allen den Ernst und das wirklich Komische Wahrnehmenden, Allen im Geiste oder ähnlich Verwandten, Liebhabern der Klein-Kunst vor den Brettern, auf denen wir die Welt be-deuten:

Es ist uns eine große Freude, euch mitteilen zu können, dass am Ende des soeben von der „großen“ Bühne fortgeschobenen Jahres 2017 auf dem vogtländischen Teil der begehbaren Erdkruste - wo eine durchaus bemerkenswerte aber nur mit einiger Übung verständliche Variante der deutschen Sprache in Gebrauch ist - ein neues, vielleicht sogar erstes, in jedem Fall aber „kleinstes PrivatTheater der Region“ nach gründlichsten Erwägungen Planungen, Abriss- und Aufbauarbeiten nun seine Glastür geöffnet hat, von der wir inständig hoffen, dass niemand sie uns als ein Zeichen der Kritik wird einwerfen wollen… (Einer Region im übrigen, deren zauberhafte Geschichten mit ihren atemberaubenden Verquickungen zur bekannten und akademisch gut behaupteten Welt-Geschichte leider noch immer nicht ins allgemeine Bewusstsein eindringen konnte.) Wir sind überglücklich, als Neu-Thüringer alle unsere künstlerischen Tätigkeiten ab sofort noch mehr in die eigene Regie und damit auch in konsequentere Verantwortung nehmen zu können.

Auf den Fotos seht ihr die entsprechende Versuchsanordnung dazu - und überhaupt wurde von unserer Seite bereits viel getan, um glücklich dahin zu kommen…
Am 16. Dezember 2017 um 17.20 Uhr öffnete sich ziemlich verspätet und unter hohem emotionalen Druck seitens der Veranstalter zum allerersten Male der bis zum heutigen Tag noch fehlende Vorhang.
Ecke Rode hatte schnell den Bohrhammer mit einem Wichtel-Kostüm getauscht und stand übergangslos nun in aller Öffentlichkeit auf jenen groben Spanplatten, die er sich selber zurecht gesägt und verschraubt hatte und die unter seinen Füßen, nun mehrfarbig beleuchtet, eine völlig neue Wirklichkeit über sich entstehen ließen und auch hörbar mit erzeugten.
„Die verrückte Bescherung“, unser erstes einen ganzen Spätnachmittag ausfüllende Programm, war eine mindestens doch doppelbödige Geschichte, in der die Protagonisten, nämlich der Erfinder dieses kleinen Theaters, sein Kammerdiener Hans von Mylau und der aus Ungarn stammende Kater des Anwesens - der sofort und recht hemmungslos über sein Zuhause herzog - ihre eigene angespannt-chaotische Situation widerzuspiegeln nicht ganz vermeiden konnten. Zugespitzt fand das seinen im wahrsten Sinne des Wortes brenzligen Ausdruck in der Rauchwolke aus einem großen Geschenke-Karton, der zum Glück von allein wieder aufhörte zu qualmen, bevor der in größte Aufregung geratene Wichtel die Bedienungsanleitung am Feuerlöscher gelesen und noch nicht in Gänze verstanden hatte…

Erstaunt und überglücklich durften wir an allen drei Nachmittagen unsere ersten Zuschauer begrüßen, teils Freunde, teils über die Flyer angelockte Neugierige, die uns als Figuren in der uns allen verordneten Göttlichen Komödie, das lange schon im Umbau befindliche Scheunen-Gebäude und natürlich jene zum Äußersten gespannte Tatkraft, von der die wenigen Vögel in den Vorgärten schon ein paar Lieder gezwitschert hatten, in Augenschein, in Tuchfühlung zu nehmen gewillt waren.
Es sieht so aus, als hätten wir sie nicht enttäuscht, denn am Tag vor Heilig Abend, zur dritten Aufführung, kamen Gäste so zahlreich, dass wir konstatieren durften, tatsächlich ausverkauft zu sein. Alles in allem gab es nur eine wirkliche Panne: der eigens aus der Küche umgesetzte Kamin-Ofen bewährte sich nicht und kurz vor Beginn der zweiten Vorstellung riss seine große Scheibe entzwei und es musste innerhalb weniger Tage ein zweiter Ofen gestellt und angeschlossen werden. Da war ein neuerlicher Kraftakt nötig und viel Vertrauen.
Nochmals wirbelte wieder viel Dreck durch die Räume, der komplett beseitigt oder geschickt unsichtbar gemacht werden musste. Dass dann alles zur rechten Zeit noch irgendwie fertig wurde (sogar die Anlieferung eines kurzfristig bestellten zusätzlichen Heizlüfters gelang reibungslos) grenzt nicht nur an ein Wunder - sondern ist eines! Kurios und aufregend (für den Einen) noch dies: Minuten vor der Premiere suchte Ecke Rode hinter der Bühne einer plötzlichen, vielleicht adrenalinbedingten Eingebung folgend die Marionette Hans in allen möglichen und unmöglichen Ecken der überaus engen Hinterbühne, glaubend, sie irgendwo besonders sorgsam abgelegt zu haben. Für den kurzen Moment blieb ihm das Herz stehen, dann kam er zum Glück auf die Idee, die Puppe oben an ihrem üblichen Platz zu suchen, wo sie auch seelenruhig hing…

Nach den Vorstellungen gab es aus einem Riesentopf selber gebrauten Punsch für alle - der erzielte seine wohlige Wirkung ganz vollkommen.Und es blieb nur eine einzige der vielen von Anja mit der Hand einzeln gedruckten Eintrittskarten auf einem Stuhle liegen. Unseren in diesem Fall gar nicht sehr bescheidenen Hoffnungen entsprechend tragen daher alle verehrten Gäste nun das Theater-Kunst-Hand-Werk in ihren Herzen und Hosentaschen in die weite Welt, die jetzt eine „kulturelle BauStelle“ mehr zu verkraften und ein paar neu entflammte Kreaturen zu begleiten hat.

Und während dieser Text entsteht, wirbeln schon bunt durcheinander allerlei neue Ideen für Programme, die wir mit Schaufel und Besen zusammenfegen und in Eimer füllen, aus denen sie mit vollen Händen erst in Bücher, dann in die Wirklichkeit, die sich sofort geräuschvoll nach ihnen ausstreckt, mit einem allerdings dann doch lautlosen Schrei des nach Taten drängenden Geistes geworfen werden.

Dies war also der erste Streich - der zweite und viele weitere sollen folgen. Der Plan ist, fortlaufend, wie in einer Chronik, über unsere Vorhaben und die unterschiedlichsten Veranstaltungen, Geselligkeiten, Treffs oder Kurse, Vorträge und Seminare, die in Zukunft im FünfHof Greiz angeboten werden, in einem Rundbrief, wie diesem, ausführlich zu berichten.

Es gibt bereits die Idee eines regelmäßigen „Hutznohmds“, es sind FolksTanzTage, Hausmusiken und vieles andere geplant. Wir sind auch auf jedwede Anregungen von außerhalb unserer Fachwerk-Mauern sehr gespannt. Schon jetzt ist deutlich, dass der Zuschauerraum, der auch als Gesellschaftsraum dienen wird, so bald als möglich die vorgesehene Erweiterung erfahren muss. Ebenso dringend ist das Absenken und Vergrößern der Bühne notwendig, denn die derzeitige ist ja schon für einen einzigen Darsteller viel zu eng. Allerdings hat Ecke Rode gerade bewiesen, dass man über dieses Manko einfach z.B. mit viel Körper-Einsatz, die Wendeltreppe hoch und runter, hinweg spielen kann.

Liebe bereits Dagewesenen und Liebe neuen Freunde, wir sind dankbar für die überaus freundliche Aufnahme unserer Kultur-Initiative und schätzen uns schon im Voraus überaus glücklich, wenn wir als Aus-, Über- und Umdenkende Teil einer Bewegung werden, welche die in die Vereinzelung (VereinZellung? sog. Ein-Zeller oder Zell-Wesen, Zellen-Bewohner?) geratenen Mitmenschen wieder näher zusammen führen wird. Bitte schaut euch auf folgenden neu installierten Seiten im

Internet nach Herzenslust um: Ecke Rode,
fünfhof.de, fuenfhof.de, facebook.com/fuenfhof, instagram.com/fuenfhof.

Wir erhoffen natürlich viel Resonanz, Mitschwingen, Mitvibration! Alles erdenklich Gute und viel mehr Frieden auf Erden im soeben begonnenen Jahr 2018 wünschen euch

Frank Thomas Gerdes & Anja Günther

PS.: Wie sich denken lässt, konnten wir zum Jahresende unser hoch gestecktes Ziel nur erreichen, indem wir alle Kräfte mobilisiert und uns gerade finanziell sehr weit aus allen Fenstern hinausgelehnt haben.Deshalb sind wir auch in Zukunft auf Gleichgesinnte und viele Fans angewiesen, die bereit und in der Lage sind, uns mit kleinen und größeren Spenden sporadisch oder regelmäßig in unserer Arbeit an Wort, Bild und Haus gern zu unterstützen. Bitte überweist, was ihr könnt, auf folgendes Konto bei der Sparkasse Vogtland:
Frank Thomas Gerdes,
IBAN: DE46 8705 8000 4000 0710 20, SWIFT-BIC: WELADED1PLX.

Ein großes Dankeschön an alle Spender! Wer ab 100 Euro spendet,
bekommt am Ende des Jahres eine Original-Grafik von FTG zugesendet!
Es müsste dafür die Adresse mitgeteilt werden.

Auf ein gutes & fröhliches Zusammen-Wirken!